Notfall
18. Februar 2020 Michael Wendrich

Das Bauchgefühl kann trügen

 

Bauchzentrum am Kreiskrankenhaus Schrobenhausen kümmert sich interdisziplinär um Patienten mit Bauchschmerzen

 

Der Bauch – wie wichtig diese Körperregion für uns Menschen ist, das zeigen schon die vielen Sprichworte, die sich um den Bauch drehen. Das so genannte Bauchgefühl, die Intuition, die uns Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ treffen lässt, ist sogar Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Hat man allerdings reale Bauchschmerzen, dann kann das mannigfaltige Gründe haben. Menschen empfinden Bauchschmerzen in Bezug auf Art und Intensität unterschiedlich. Die Schmerzen können häufig keiner bestimmten Stelle im Körper zugeordnet werden. Oder sie strahlen aus anderen Regionen in den Bauch. Manchmal ist die Ursache harmlos. Doch Bauchschmerzen können auch gefährlich sein. So kann sich ein Hinterwand-Herzinfarkt in Schmerzen aus dem Bauchraum äußern. Tatsächlich ist das häufigste Symptom, wegen dem Patienten die Notaufnahme aufsuchen, der Bauchschmerz.

So kommen auch bei den meisten Patienten, die die Notaufnahme des Kreiskrankenhauses Schrobenhausen (KKH)aufsuchen, die Schmerzen aus der Bauchgegend. Als mögliche Ursachen kommen ein Herzinfarkt, Lungenentzündung, Magengeschwür oder auch eine Magenperforation in Frage. Dr. med. Martin Schreiber, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Innere Medizin am Kreiskrankenhaus Schrobenhausen erklärt, dass Bauchschmerzen viele Ursachen haben können.

Deshalb wurde am KKH ein Bauchzentrum eingerichtet. Gastroenterologen arbeiten eng mit den Chirurgen zusammen, wenn es um Diagnosen und Behandlungsmöglichkeiten geht. Auf einer gemeinsamen Station werden Kräfte aus beiden Bereichen vernetzt. Ergebnis ist eine effizientere Arbeit zum Wohl der Patienten. Dazu Dr. med. Andreas Limberger: „Gerade für Untersuchungen zur Beurteilung der Bauchregion muss der Patient nüchtern sein. Da sind Wartezeiten unangenehm. Durch eine Prozessoptimierung wollen wir es dem Patienten leichter machen.“ Außerdem kommt der Vorteil der gemeinsamen Expertisen dem Patienten zugute.

So führen beispielsweise Dr. Limberger als Chirurg und Notfallmediziner zusammen mit Dr. med Stephanie Salvermoser und Dr. med. Dimitar Mitev, beides Oberärzte der Inneren Medizin unter der Leitung von Dr. med. Martin Schreiber, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Innere Medizin, Visiten bei Bauchpatienten durch. Sie untersuchen den Patienten gemeinsam und beratschlagen, welche Therapien sinnvoll sind. Die Abläufe von Voruntersuchungen, Behandlung und Nachuntersuchung interdisziplinär abgestimmt werden.

Die Patienten profitieren von einer effizienten und fachübergreifenden Behandlung. Darüber hinaus ist die Behandlung von Tumoren auf den neuesten wissenschaftlichen Stand. Neben schonender endoskopischer Diagnostik kommt die sogenannte Schlüssellochchirurgie zur Anwendung.